Mut zur Übernahme: Wiebke Knell besucht Traditionsmetzgerei Kramer und Stieglitz

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Welche Rolle spielen Digitalisierung und Bürokratieabbau für die Zukunft des Fleischerhandwerks? Um darüber ins Gespräch zu kommen, hat die Fraktionsvorsitzende der Freien Demokraten im Hessischen Landtag, Wiebke Knell MdL, gemeinsam mit Prof. Ludwig-Georg Braun, Mitglied der FDP-Kreistagsfraktion, die Traditionsmetzgerei Kramer und Stieglitz in Borken besucht.

Die Metzgerei ist seit über hundert Jahren ein fester Bestandteil der regionalen Nahversorgung. Im vergangenen Jahr haben Niklas und Alisa Stieglitz den Betrieb übernommen – keine klassische Familiennachfolge, sondern eine bewusste unternehmerische Entscheidung, ein gewachsenes Handwerksunternehmen weiterzuführen und weiterzuentwickeln.

Bereits mit ihrem Catering-Unternehmen „Fettenbrot & Kaviar“ haben die beiden gezeigt, dass sie Unternehmergeist leben – kreativ, modern und mit klarer Vision. Mit der Übernahme der Metzgerei verbinden sie handwerkliche Tradition mit neuen Ideen und dem Ziel, den Betrieb auch digital und organisatorisch zukunftsfest aufzustellen.

Im Gespräch standen insbesondere Digitalisierung, Bürokratie und Fachkräftemangel im Mittelpunkt. Digitale Lösungen – etwa in Warenwirtschaft und Organisation – eröffnen viele Chancen für effizientere Abläufe im Betrieb. Gleichzeitig berichtete Geschäftsführer Niklas Stieglitz von den Hürden, die durch komplizierte Förderprogramme, unterschiedliche Behördenzuständigkeiten und ausufernde Dokumentationspflichten entstehen. Auch die Gewinnung von Auszubildenden bleibt eine zentrale Herausforderung, obwohl das Fleischerhandwerk attraktive und sichere Perspektiven bietet.

Bei einem anschließenden Rundgang durch die Produktion konnten sich Knell und Braun ein Bild von der handwerklichen Qualität machen – und dabei auch die ein oder andere Spezialität des Hauses verkosten.

Knell betonte die Bedeutung engagierter Unternehmerinnen und Unternehmer für die Region:

„Traditionsbetriebe wie die Metzgerei Kramer und Stieglitz stehen für Qualität, Verantwortung und Heimatverbundenheit. Wer will, dass solche Unternehmen eine Zukunft haben, muss sie endlich von überbordender Bürokratie entlasten. Das Handwerk braucht Freiräume statt Förderwahnsinn und Formularflut.“

Für die FDP sei der direkte Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern vor Ort entscheidend, um politische Entscheidungen stärker an der Realität der Betriebe auszurichten. Braun ergänzte, dass gerade inhabergeführte Handwerksbetriebe wichtige Pfeiler der regionalen Wirtschaft seien. Die FDP setze sich deshalb dafür ein, dass Mittelstand und Handwerk durch weniger Bürokratie, mehr Vertrauen und verlässliche Rahmenbedingungen gestärkt werden.