Knell: Wer Hochsitze zerstört, gefährdet Menschenleben

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FDP-Fraktionsvorsitzende fordert konsequente Strafverfolgung – Kleine Anfrage soll Ausmaß und Hintergründe klären

Die FDP-Fraktionsvorsitzende und jagdpolitische Sprecherin Wiebke Knell verurteilt die Zerstörungen an einer mobilen Jagdhütte und fünf Hochsitzen im Wald- und Jagdgebiet zwischen Willingshausen-Wasenberg und Neustadt scharf. „Solche Taten sind kriminell und können lebensgefährlich sein. Die Täter müssen ermittelt und konsequent zur Verantwortung gezogen werden“, fordert die Abgeordnete aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die selbst Jägerin ist.

Das Polizeipräsidium Nordhessen hatte vergangene Woche über insgesamt sechs Fälle von Sachbeschädigung in dem Gebiet berichtet. Unter anderem wurden Scheiben eingeschlagen und Anbauten herausgerissen. „Sechs Tatorte in unmittelbarer Nähe – das wirft Fragen nach einem Zusammenhang auf. Hier muss gründlich aufgeklärt werden, wer hinter den Zerstörungen steckt und welches Motiv die Täter hatten“, erklärt Knell.

Besonders schwer wiegt für Knell die Gefahr für diejenigen, die beschädigte Hochsitze nutzen: „Als Jägerin weiß ich, wie wichtig es ist, sich auf die Sicherheit eines Hochsitzes verlassen zu können; gerade wenn man ihn in der Dämmerung besteigt. Beschädigungen sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Gibt eine Sprosse oder eine Verstrebung nach, droht ein Sturz aus mehreren Metern Höhe – mit möglicherweise tödlichen Folgen. Es geht deshalb um weit mehr als den entstandenen Sachschaden.“

Jägerinnen und Jäger erfüllten wichtige Aufgaben bei der Regulierung von Wildbeständen, beim Schutz des Waldes und bei der Bekämpfung von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest. Jagdliche Einrichtungen seien dafür notwendige Arbeitsmittel. „Über Jagd kann man unterschiedlicher Meinung sein. Aber keine Überzeugung rechtfertigt es, fremdes Eigentum zu zerstören oder Menschen zu gefährden“, betont Knell.

Mit einer von ihr eingebrachten Kleinen Anfrage will Knell klären, wie sich die Zahl solcher Straftaten in Hessen entwickelt hat und welche Erkenntnisse zu möglichen Zusammenhängen vorliegen. „Der Landtag hat sich bereits 2020 mit der Zerstörung von Hochsitzen befasst. Wir wollen wissen, wie viele Fälle seitdem erfasst wurden, wie hoch die Aufklärungsquote ist und ob Taten der politisch motivierten Kriminalität zugeordnet wurden. Außerdem muss die Landesregierung darlegen, welche der angekündigten Präventionsmaßnahmen tatsächlich umgesetzt worden sind.“

Knell erwartet Ermittlungen mit Nachdruck: „Eine mögliche politische Motivation muss geprüft werden. Unabhängig vom Motiv gilt: Die Zerstörung jagdlicher Einrichtungen darf nicht als bloßer Vandalismus abgetan werden. Wer Hochsitze beschädigt, riskiert, dass Menschen schwer verletzt werden oder ihr Leben verlieren. Das muss auch bei der Aufklärung und strafrechtlichen Bewertung dieser Taten das nötige Gewicht haben.“