FDP und IHK: Mehr Tempo und weniger Bürokratie für die Wirtschaft in Hersfeld-Rotenburg

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Welche Rahmenbedingungen braucht die nordhessische Wirtschaft, um wettbewerbsfähig zu bleiben?
Und wie können Standortentwicklung und Fachkräftesicherung nachhaltig gestärkt werden? Über
diese Fragen tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter der Industrie- und Handelskammer mit FDP
Vertretern aus Nord-Ost-Hessen aus.
Für die Freien Demokraten waren Wiebke Knell, Fraktionsvorsitzende im Hessischen Landtag, Werner
David, Vorsitzender der FDP-Hersfeld-Rotenburg, sowie der Vorsitzende der Jungen Liberalen
Hersfeld-Rotenburg, Elias Phillip Herzog, vor Ort. Von Seiten der IHK nahmen der Vorsitzende der IHK
Regionalversammlung Hersfeld-Rotenburg, Horst Müller, seine Stellvertreter Matthias Pfaff und
Melanie Schaar sowie die Leiterin des IHK-Servicezentrums, Alexandra Nieding, teil.
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Herausforderungen für die wirtschaftliche Entwicklung der
Region. Ein zentrales Thema waren langwierige Genehmigungsverfahren, die insbesondere durch
umfangreiche Klagerechte erheblich verzögert würden. Einigkeit bestand darin, dass Planungs- und
Investitionsprozesse deutlich beschleunigt werden müssten. Zudem wurde kritisiert, dass politische
Schwerpunktsetzungen in Deutschland zu häufig wechselten und es dadurch an langfristiger
Verlässlichkeit fehle. Auch Förderprogramme seien oft zu komplex und zu wenig planbar, um
Unternehmen echte Sicherheit zu geben.
Wiebke Knell betonte: „Unsere Unternehmen brauchen endlich schnellere Verfahren und verlässliche
Rahmenbedingungen. Wer investieren will, darf nicht jahrelang auf Genehmigungen warten. Wir
müssen Tempo aufnehmen und endlich wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen, statt sie
auszubremsen.“
Ein weiterer Diskussionspunkt war die Rolle des Staates in unserem Wirtschaftssystem. Aus Sicht der
Gesprächsteilnehmer brauche es weniger staatliche Detailsteuerung und stattdessen mehr Vertrauen
in unternehmerisches Handeln. Im Hinblick auf Personalaufwuchs im öffentlichen Sektor wurde die
derzeitige „Versorgungsmentalität“ der Landes- und Bundesregierung dabei kritisch hinterfragt.
Beim Thema Fachkräftemangel wurde deutlich, dass viele Betriebe zwar einige Bewerbungen
erhielten, diese jedoch häufig nicht den erforderlichen Qualifikationen entsprächen. Daher müsse das
Thema Bildung und insbesondere die duale Ausbildung stärker in den Fokus der Landespolitik rücken.
Für Studienzweifler brauche es zudem mehr Durchlässigkeit und attraktive Wege zurück in die
berufliche Bildung.
Auch die bestehenden Ausbildungsrahmenverträge wurden thematisiert: Diese seien häufig zu starr
und entsprächen nicht mehr den Anforderungen moderner Betriebe. Diskutiert wurden daher mehr
digitale Unterrichtsanteile sowie die Möglichkeit, Ausbildungsinhalte stärker direkt im Unternehmen
zu vermitteln. Werner David ergänzte: „Der Fachkräftemangel ist längst eine der größten
Wachstumsbremsen. Wir müssen die duale Ausbildung stärken, praxisnäher gestalten und mehr
Entscheidungsfreiheit vor Ort ermöglichen. Weniger Bürokratie und mehr Vertrauen sind der
Schlüssel, um unsere Wirtschaft zukunftsfest zu machen.“