Ein Tag im Wald – Wiebke Knell besucht das Forstamt Melsungen

Die FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell besucht das Forstamt in Melsungen

MELSUNGEN – Die Landtagsabgeordnete Wiebke Knell (FDP) aus Neukirchen hat das Forstamt Melsungen besucht, um sich bei der neuen Forstamtsleiterin Petra Westphal und ihren Mitarbeitern aus erster Hand über die aktuelle Lage des heimischen Waldes zu informieren.

Der Tag startete im Forstamt mit einer umfassenden Präsentation über Zahlen, Daten und Fakten des Forstamtes durch Westphal und ihren Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit Horst Hartmann sowie den Produktionsleiter Steffen Wildmann. Im Gespräch wurde mehrfach auf die doppelte Risikolage mit den vorhandenen Windwurfschäden, der letztjährigen Trockenheit und der daraus resultierenden Borkenkäferüberpopulation hingewiesen. Danach wurde der Wald aufgesucht, um in den Revieren Spangenberg und Kirchhof die vorgetragenen Problemfelder in Augenschein zu nehmen und mit den örtlichen Revierleitern Achim Röse und Peter Katzmann zu sprechen.

„Was der Sturm hier in den letzten 18 Monaten umgeworfen hat und was vom Borkenkäfer aufgefressen wurde, entspricht dem Vierfachen unserer planmäßigen Jahresernte“, erläuterte Westphal die schwierige Lage. Das stelle sie und ihre Mitarbeiter vor große Herausforderungen und verändere natürlich leider auch das Aussehen des Waldes, das aktuell durch viele meterlange und hohe Holzpolter und natürlich entsprechende Arbeiten und Maschinen geprägt ist. Die Forstamtsleiterin wirbt um Verständnis in der Bevölkerung und bittet diese auch darum, sich an die Anweisungen ihrer Bediensteten zu halten, da die Missachtung von Absperrungen lebensgefährlich sein könne.

„Als Jägerin bin ich dem Wald sehr verbunden. Deswegen, aber auch in meiner Funktion als forstpolitische Sprecherin der FDP im Hessischen Landtag, tut es mir in der Seele weh, die Windschäden von Frederike (2018) und den diesjährigen Folgestürmen vor Ort zu sehen. Das sind unvorstellbare Mengen an Holz, die hier bereits aufbereitet wurden und noch weiter aufbereitet werden müssen“, stellte Knell fest, als sie vor den meterhohen Poltern stand.

An betroffenen Fichten wurde Knell dann ganz anschaulich die aktuelle Borkenkäfersituation gezeigt und auch, wie man betroffene Bäume durch Bohrlöcher oder Bohrmehl erkennen kann. Die befallenen Bäume müssen so schnell wie möglich gefällt werden, andernfalls werden noch mehr Borkenkäfer angelockt, die dann die umstehenden Bäume befallen. „Normalerweise kann sich eine Fichte gegen Käferbefall durch die sogenannte Ausharzung wehren. Da das letzte Jahr mit seinem trockenen Sommer für zu wenig Feuchtigkeit im Boden gesorgt hat, reicht die vorhandene Flüssigkeit im Baum jedoch für eine vitale Abwehr nicht aus. Der Käfer kann eindringen und tötet den Baum“, erklärte Produktionsleiter Wildmann der Abgeordneten. Die Sichtung, Erfassung und Meldung der befallenen Bäume erfolgt über digitales Monitoring per Handy-App. „Hier zeigt sich, welche Möglichkeiten die Digitalisierung glücklicherweise mit sich bringt und dass davon auch unsere Umwelt profitieren kann“, freute sich Knell. Beindruckt zeigte sie sich auch von den sogenannten Woodpacker-Holzlagern. Bei dem Verfahren werden Baumstammpolder unter Ausschluss von Sauerstoff mehrlagig verschweißt und so bis zu fünf Jahre konserviert. Das Forstamt Melsungen ist hessenweit das einzige Forstamt, in dem ein solcher Versuch läuft. „Ich drücke fest die Daumen, dass sich das Holz so werterhalten lässt und damit die Chance besteht, es zeitverzögert auf den Markt zu geben, wenn die sturmbedingte Holzschwemme hoffentlich wieder abgeflacht ist“, sagte Knell.

„Nach dem heutigen Tag im Wald habe ich gelernt, dass wir den Wald fit für die Zukunft machen müssen, um zukünftig Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit besser in Einklang zu bringen. Dafür geben die Wissenschaftler der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt bereits heute Empfehlungen, welche Bäume besonders resistent gegenüber dem Klimawandel, wirtschaftlich und damit zukunftsfähig sind. Zeitgleich muss massiv in die Wiederaufforstung mit entsprechendem Wildschutz investiert werden. Statt Flächen zusätzlich stillzulegen wie es die schwarz-grüne Landesregierung forciert, ist eine gezielte Aufbauhilfe und die bessere finanzielle Ausstattung der Forstämter nötig“, fordert Knell.

Abschließend dankte Knell Westphal und ihren Mitarbeitern für die vielen Stunden Zeit, die hervorragende Gastfreundschaft, die umfassenden Informationen und die praktischen Beispiele auf der Fläche.