Ein fürstliches Kleinod für alle

Ländlicher Raum28. Januar 2020

Die FDP-Landtagsabgeordneten Wiebke Knell, Sprecherin für den ländlichen Raum und Betreuungsabgeordnete für Waldeck-Frankenberg, und der Kulturpolitische Sprecher Dr. Stefan Naas haben die Fürstlich Waldecksche Hofbibliothek im Residenzschloss Arolsen besucht. Insgesamt 35.000 Objekte befinden sich in der Bibliothek, die aus einer fürstlichen Sammlung hervorgegangen ist.

Prinz Carl Anton zu Waldeck und Pyrmont hieß die beiden Abgeordneten willkommen und berichtet über die spannenden rechtlichen Konstellationen und die Besitzverhältnisse der Bibliothek nach dem ersten Weltkrieg.

Prinz Carl Anton wies darauf hin, dass sich die Bibliothek nicht mehr im Familienbesitz befindet, sondern der gemeinnützigen Stiftung des Fürstlichen Hauses Waldeck und Pyrmont gehört.

Prof. Dr. Jürgen Wolf stellte den Besuchern Teile des Buchbestandes vor und berichtete, dass es immer wieder spannende Funde in der Bibliothek und neue Erkenntnisse zu ihrer Geschichte gibt. Dass sich sehr wertvolle und seltene Exemplare in der Sammlung befinden, davon kann sich jeder Interessierte in der öffentlich zugänglichen Bibliothek ein Bild machen. Dr. Stefan Naas, selbst Kenner von historischer Literatur, zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt des historischen Bestandes und der kulturgeschichtlichen Bedeutung. Einzelne Werke, die ihm von Bibliothekarin Susann Enß vorgestellt wurden, sind mittlerweile äußerst selten. „Es ist schon schwer nachvollziehbar, wieso es so schwierig ist, für diese Bibliothek an öffentliche Fördergelder zu kommen“ resümierte Dr. Naas, „schließlich ist die Bibliothek ja öffentlich zugänglich und ihr Erhalt dient der Allgemeinheit.“

Gerade die Möglichkeit, für wissenschaftliche Forschung oder auch aus rein privaten Interessen Einblick in Jahrhunderte alte Literatur nehmen zu können, faszinierte Wiebke Knell. In Nordhessen gibt es kaum die Möglichkeit so etwas erleben zu können. „Es ist ein wahrer Kulturschatz, den man für die Zukunft auf jeden Fall erhalten sollte“, erklärte Knell.

Die beiden Landtagsabgeordneten stellten unisono fest, dass der Zugang für öffentliche Fördermittel zum Erhalt dieser Bibliothek unbedingt erleichtert werden muss. Bei der Suche nach Mitteln und Wegen sicherten sie ihre Unterstützung zu.